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moto1203

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Die VFR 800F ist so skurril wie einzigartig. Seit über einem Jahrzehnt pfeift Honda bei diesem Motorrad auf Designtrends, stattdessen wird die aufwendige Antriebstechnik immer weiter verfeinert. Das hat sich beim neuesten Modell bezahlt gemacht.






Hamburg, Juni 2014
(c) Text: moto1203
(c) Bild, Video: Honda 

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So waren die Neunziger. Eckige Verkleidung, vollverschalt - die VFR 800 wirkt heute wie aus der Zeit gefallen. Honda baut die VFR 800 seit 1998 quasi unverändert; das aktuelle Modell ist das erste nennenswerte Update seit zwölf Jahren.

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Für Honda war die VFR 800F zu Anfang ein reiner Technologieträger, ein Stolz der Entwicklungsabteilung. Heute leistet sich kein anderer Motorradbauer mehr ein Fahrzeug mit einem derart komplexen Antriebskonzept wie die Japaner mit der VFR 800-Baureihe.

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Ein V-Vierzylinder arbeitet bis 6500 Umdrehungen mit jeweils einem Einlass- und einem Auslassventil pro Zylinder.

Gibt der Fahrer Stoff und die Drehzahl steigt über 6500 U/min, werden durch ein ausgeklügeltes Hydraulik-, Kanal- und Federnsystem eine zweite Nockenwelle und acht weitere Ventile zugeschaltet.

Der Motor nutzt dann bis hoch in die Spitzen um 11.000 U/min insgesamt sechzehn Ventile statt acht.

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"Weil wir es können", sagt ein Techniker des Herstellers.

Projektleiter Masatsuga Tanaka, der bei Honda für die erste ernstzunehmende Überarbeitung der VFR 800-Baureihe seit 2002 verantwortlich ist, drückt es liebevoller aus: "We love technology." 



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Wenn die 242 Kilogramm ins Rollen kommen - und mit 106 PS und 75 Nm Drehmoment ist dafür genügend Dampf vorhanden - bügelt das Fahrwerk der VFR 800F mit der Einarmschwinge sowohl Unebenheiten als auch leichte Fahrfehler souverän aus.

Überhaupt ist die VFR 800F ein stabiles und manierliches Motorrad. In Spitzkehren will sie gedrückt werden; in den weiteren und langen Kurven findet sie umso spurtreuer selbst ihren Weg. Was in den Neunzigern des vergangen Jahrhunderts von Honda entwickelt wurde, ist heute noch funktional und im 2014er Modell weiter ergänzt oder verfeinert. Ergonomie und Sitzposition? Hervorragend. ABS? An Bord. Traktionskontrolle? Hat Honda im Griff.

Die wichtigste Verbesserung ist den Ingenieuren jedoch beim Motor gelungen: Nach mehr als zehn Jahren zähem Ringen der Entwickler schaltet das V-TEC-Aggregat jetzt tatsächlich ruckfrei von Zwei- auf Vierventilbetrieb um.

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Aber manche Details irritieren: Die Rundung der Scheibe hätte zwecks eines besseren Windschutzes höher ausfallen können.

Und warum man in ein übersichtliches und aufgeräumtes Cockpit einen derartig hässlichen Schalter für die Traktionskontrolle eindübelt, ist ein Rätsel. 

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Projektleiter Masatsuga Tanaka und seine Crew haben die flächig verkleidete VFR 800F nicht nur optisch aufgefrischt und insgesamt etwa acht Zentimeter schmaler gestaltet.

Markant sind auch die jetzt wieder unten liegende Auspuffanlage und die neuen Aluminium-Gussräder.

Moderat geblieben ist der Preis: 12.285 Euro liegen im Mittel für dieses Fahrzeugsegment; teurer werden kann es noch durch das Touring-Zubehör, das Honda in Form von Seitenkoffern (770 Euro, plus 302 Euro für die Gepäckbrücke) sowie einem in zwei Größen erhältlichen Topcase anbietet.


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Bei der Präsentation stand die VFR 800F in zwei Farbvarianten unter spanischer Sonne; in einem kräftigen Rot und einem eleganten, leicht glitzernden Weiß.

In Deutschland wird die Maschine allerdings nur in Rot und Schwarz verkauft. Der Grund: Einer der Honda-Granden hierzulande bekommt schweres Magengrummeln, wenn er Weiß sieht - deshalb wurde es leider für den deutschen Markt nicht geordert.

Schade.

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Der Moment, wenn der Drehzahlmesser der VFR 800F über 6.500 U/min springt und sich die zweite Nockenwelle einklinkt.

Ein leises Rasseln, und der Sound der Maschine ändert sich plötzlich - die acht zusätzlichen Ventile machen aus einem tiefen Brummen ein helles Aufschreien.

Als ob ein Orchester mit Beethovens Freude schöner Götterfunken Verdis Gefangenenchor von der Bühne bläst. Große Oper.

So wie die VFR 800F müssen Motorräder klingen.

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Hersteller: Honda
Typ: Honda VFR 800F
Motor: VTec-Vierzylinder-V-Motor
Getriebe: 6-Ganggetriebe
Hubraum: 782 ccm
Leistung: 106 PS (78 kW)
Drehmoment: 75 Nm
Höchstgeschw.: 242 km/h
Gewicht: 242 kg

Preis:
12.285 EUR

(c) moto1203


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