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Track Grinder - Umbau der BMW R nineT

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© Fotos: Tim Adler / Jochen Vorfelder
© Pageflow Storytelling: Jochen Vorfelder

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Mit dem ersten Umbau der BMW R nineT hat Urban Motor aus Berlin für Furore gesorgt.

BMW hat es gefallen, aber Customizing-Puristen stießen sich an einem geschmäcklerischen Detail.

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Über der Werkstatt  von Urban Motor rumpelt im Minutentakt die S-Bahn, vor dem Fenster stinkt die Spree. Zum Alexanderplatz sind es nur wenige Minuten.

Hier, in den alten Bahnbögen an der Holzmarktstraße, werkeln Peter Dannenberg und sein Team an Motorrädern - und bemühen sich um Bodenständigkeit.



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"Klar, der typische Berliner Hipster mit Bart und Nerdbrille zählt auch zu unserer Kundschaft. Aber im Kern sind wir eine ganz normale Motorradwerkstatt, die auf Service und Wartung älterer Zweiventil-Motoren von BMW, Guzzi und Ducati spezialisiert ist", sagt Dannenberg. 

Und fügt hinzu: "Zusätzlich bauen wir in den Wintermonaten eben Maschinen um."

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Dass der Drei-Mann-Betrieb dabei offenbar gute Arbeit leistet, hat sich auch bis zum Großhersteller BMW herumgesprochen.

"Besuche von BMW-Leuten gab es schon vorher," erzählt Dannenberg, "aber letzten Oktober haben sie uns doch ziemlich überraschend eine Vorserien-Maschine auf den Hof geschoben."

Die prickelnde Aufgabe: als erste Customizer weltweit einen Umbau der neuen BMW R nineT zu präsentieren.

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Sieben Wochen hatten die Tüftlern bis zur Abgabe Zeit - und standen damit gehörig unter Druck.

Glaubt man Dannenberg - als ehemaliger Marketing-Mann ein begnadeter Geschichtenerzähler - ist die Urban Motor-Version der R nineT in einer einzigen, langen Nacht mit einigen Sixpacks Bier ausgebrütet worden. 

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Der Umbau wurde auf den Namen Track Grinder getauft, frei übersetzt: Strecken-Schleifer.

Herausgekommen ist ein zulassungsfähiger Racer, der als Erstumbau pünktlich geliefert wurde, und seitdem von einer BMW-Vorstellung zur nächsten tourt.

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Dannenberg und seine beiden Mitstreiter haben dabei wohl den Geschmack der BMW-Verantwortlichen besser getroffen als die Motorradschmiede El Solitario.

Auf Geheiß aus Bayern mussten die Umbauer aus Spanien ein Begleitvideo zu ihrem Bike entschärfen, weil darin einem Hahn der Kopf abgehackt wurde.

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"Die nineT ist schon vom Band sehr geil. Aber wir wollten weg vom Serienmodell", sagt Dannenberg über den Track Grinder, "ich glaube, der Kunde will noch mehr Individualität."

Die Erfüllung dieses Wunsches hat allerdings einen hohen Preis: Der Umbau der R nineT bei Urban Motor kostet rund 15.000 Euro - zuzüglich der Kosten für die Serienmaschine, die schon bei 14.500 Euro liegen.

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Der Preis ist für die meisten Käufer allerdings zweitrangig: Die liebevoll Ninette genannte nineT, die die BMW-Motorradsparte zum 90. Geburtstag im vergangenen Winter präsentierte, hat das Zeug zum Kultgerät.

In der R nineT steckt der letzte noch luftgekühlte 1200 Kubik-Boxermotor. Dieses 110-PS-Aggregat wird in Zukunft nicht mehr verbaut.

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Diese besondere Rolle der nineT bescherte Dannenberg dann auch Gegenwind.

Viele Traditionalisten beschwerten sich laut und lang über den Track Grinder. Dannenberg: "In den Foren sind die Profi-Hasser vor allem über die Farbwahl hergefallen."

Silber, blau und lila - das durfte in den Augen der Hüter des wahren BMW-Customizings nicht sein.

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Abgeflaut sei der Shitstorm erst, so Dannenberg, als sich rumgesprochen habe, dass Urban Motor beim Track Grinder nur originale BMW-Farben verwendet hat. 

"Silber von der '85er R65, blau von der '86er G/S und lila von der GS aus dem Jahr 1992." Also eigentlich ganz bodenständig, ganz BMW.

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