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Suzuki GSX-S1000

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(c) Storytelling: Jochen Vorfelder
(c) Fotos: Suzuki/Markus Jahn, moto1203
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Während die Konkurrenz auf maximalen Elektronikeinsatz baut, geht Suzuki mit seinem radikal reduzierten Roadster GSX-S1000 den entgegengesetzten Weg.

Aber: Gibt es genügend Liebhaber für echte Puristen?

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Der erste Eindruck:

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Welch angenehme Überraschung.

Auf den ersten Pressebildern hatte die GSX-S1000 den Charme eines rundgelutschten blauen Hustenbonbons ausgestrahlt.

Die Wirklichkeit ist um Welten besser: Der Blauton changiert je nach Lichteinfall und glitzert erfrischend in der Sonne. Die Designlinien sind auch nicht toffeeweich, sondern bestimmt.

Sie unterstützen die angriffslustige, gezahnte Lampenmaske und den harten Stummelauspuff bei der Anmutung, die Suzuki-Designer Shinji Tamura erreichen wollte: „Unsere GSX-S1000 muss ein kauerndes Biest werden.“

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Das sagt der Hersteller:

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Um Suzuki war es in den letzten Jahren ziemlich still geworden; die Verkaufszahlen rasten in den Keller. Jetzt endlich gibt der japanische Hersteller wieder ein vehementes Lebenszeichen von sich: Die GSX-S1000 soll im gerade heiß umkämpften Roadster-Markt die Flagge aus Hamamatsu hochhalten.

Das wird nicht einfach: BMW, Ducati, KTM und Triumph punkten in diesem Segment bereits mit viel Power und elektronischer Vollausstattung fast bis zum Abwinken.

„Wir setzen in diesem Umfeld ganz bewusst auf pure und nackte Fahreigenschaften. Der Suzuki-Roadster ist einfach anders,“ sagt Gerald Steinmann, Sprecher von Suzuki.

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Anders? Man könnte auch sagen: traditionell. Die GSX-S1000 wird mit den nötigen Sicherheits-Features ABS und dreistufiger, abschaltbarer Traktionskontrolle ausgeliefert. Punkt.

Danach beginnt die lange Kein-Liste der Bauteile und Funktionen, auf die Suzuki bewusst verzichtet hat: kein Funkschlüssel, kein Kurvenfahrlicht, kein TFT-Display, kein Quickshifter, kein Kurven-ABS, kein semi-aktives Fahrwerk, kein Fahrmodus, kein Tempomat, kein Schnickschnack.

Auch kein Hightech-Stress? Genau das. „Unsere GSX-S1000 ist für Fahrer gedacht, die das alles gar nicht brauchen, sondern einen Roadster sportlich über die Landstraße bewegen wollen. Hier geht es nicht um elektronisches Gefahrenwerden, sondern um Fahrspaß,“ erklärt Steinmann.

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Was macht den Pure Sport Roadster jetzt aus?

Gerald Steinmann, Suzuki Europe

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Das ist aufgefallen:

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Suzuki stellt die GSX-S1000 in Südspanien vor, mit einsamen Landstraßen und verwinkelten Bergetappen das ideale Revier für den „Pure Sport Roadster“.

Platznehmen: Das digitale Cockpit ist reduziert auf die nötigen Informationen, ein bisschen frickelig anzusehen, aber genauso funktional wie die Armaturen am breiten Lenker. Die Steckdose für ein mobiles Navi fehlt.

Einstellschalter gibt es wenig: Die Traktionskontrolle ist links über einen Kipphebel und eine Select-Taste zu bedienen. Die Ergonomie stimmt, selbst große Fahrer sitzen sportlich, tief, aber bequem mit genügend Bewegungsfreiheit im Motorrad.

Auch die Power passt: Um die GSX-S1000 konkurrenzfähig zu befeuern, hat Suzuki den seit Jahren bewährten 999 Kubik-Reihenvierzylinder der GSX-R-Baureihe auf mehr Kraft bei niedriger und mittlerer Drehzahl getrimmt und auf nominell 106 Nm und 145 PS beschnitten.

Bei einem Leergewicht von nur 209 Kilogramm sind auf der Landstraße Nuancen bei der PS-Zahl ohnehin zweitrangig – die Suzuki geht dermaßen ab und legt ab etwa 6000 Umdrehungen noch einmal nach, dass es einem den Atem nimmt.

Der Sound: geil.

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GSX-S 1000 - Hier mit Yoshimura-Endtopf

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Die Suzuki ist in den Bergen wendiger als etwa der Platzhirsch BMW S 1000 R und derart agil, dass die auf dem Papier fehlenden PS nicht auffallen.

Im Gegenteil: Der Japan-Roadster wirkt durchschlagskräftiger und schneller als die Konkurrenz.

Der Alurahmen, die Superbike-Einarmschwinge, die Bremsen von Brembo und die eigens für dieses Fahrzeug entwickelten Dunlop-Reifen können mit der brachialen Fahrleistung – erst bei 240 km/h wird abgeregelt - absolut mithalten.

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Einfach zu fahren ist die GSX-S1000 allerdings nicht. Fahrer zahlen nämlich für die nackte Fahrfreiheit und den weitgehenden Verzicht auf die Steuerelektronik einen Preis in Form von verblüffenden Lastwechseln.

Wer in der Kurve ruckartig vom Gas geht oder zu hart angast, spürt, wie ein Schütteln und Raunen durch den ganzen Antriebstrakt bis hinten zur schlagenden Kette geht. Das versaut in der Regel die schönste Linie und wird in engen Kurvenradien richtig ungemütlich.

Fahrer neuester Motorräder mit Ride-by-Wire haben diesen Effekt schon fast vollständig vergessen: Bei den Hightech-Bikes bügelt die Elektronik alles über und übermittelt noch so rüde menschliche Großmotorik als zarten präzisen Steuerbefehl.


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Was die Suzuki mit ihrer natürlichen Ruppigkeit gleichwohl sympathisch macht und rettet: Sie schärft die Sinne wieder.

Nach wenigen Stunden in Spanien war das Problem der eingeschlafenen Feinfühligkeit behoben; Pure Sport macht dann richtig Laune.

Wie früher halt.

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Das muss man wissen:

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Suzuki hat mit dem GSX-S-Roadster den Solo-Künstler im Visier; an dauernden Soziusbetrieb oder lange Touren haben die Japaner bei der Konzeption des Fahrzeuges nicht gedacht.

Entsprechend sieht der Zubehör-Katalog aus: Sportauspuff, bunte Lenker und viel Karbon passend zu den drei Farben Metallic Triton Blue, Black / Candy Daring Red und Mat Fibroin Gray sind im Angebot, Koffer fehlen.

Verkaufen muss sich die GSX-S1000 ohnehin über den Listenpreis: Der liegt mit 12.190 Euro rund 1000 Euro unter dem der BMW S 1000 R - und bis zum 18. April lockt Suzuki mit einem Einstandsangebot  mit Yoshimura-Auspuff und farbigen Brembo-Bremssättel für krasse 11.490 Euro.

Das hört sich erst einmal sehr interessant an, doch wie gesagt: Die Suzuki verzichtet auf das komplette Elektronikprogramm, das heute bereits in den Basis-Versionen der Konkurrenz drin steckt.

Das muss man mögen; lassen wir uns von den Verkaufszahlen für den Puristen überraschen.

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Das werden wir nicht vergessen:

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Wenn man einen Basis-Motor hat, vergehen von der Planung eines Motorrads bis zum Zeitpunkt, an dem es im Laden auftaucht, in der Regel drei Jahre. Bei Suzuki und der GSX-S1000 hat es etwas länger gedauert.

Am Designer Shinji Tamura hat es mit Sicherheit nicht gelegen: Er schüttelt bei jeder Gelegenheit – sei es beim Frühstück oder während des Team-Meetings - en passant grandiose Motorradskizzen aus dem Handgelenk.

Seine lässige „Suzuki V-Twin 1000 cc Supermotard“ erhält hier einen Ehrenplatz im Büro.

Arigatou, Tamura-San!

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Suzuki GSX-S1000
Hersteller: Suzuki
Typ: GSX-S1000
Karosserie: Motorrad
Motor: Reihen-Vierzylinder-Viertaktmotor
Getriebe: Sechsganggetriebe
Hubraum: 999 ccm
Leistung: 107 kW / 145 PS bei 10.000 U/min
Drehmoment: 106 Nm bei 9.500 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 240 km/h
Trockengewicht: 209 kg
Tankinhalt: 17 l
Preis 12.190,00 EUR

Ausrüstung:
Jacke:  Carhartt 
Stiefel: Daytona M-Star GTX
Hose: Dainese D1 Pred
Helm: Bell Bullit TT

Der Test des Fahrzeugs kam durch freundliche Unterstützung der Firma Suzuki zustande. Auf die Wertung hat dies keinen Einfluß.






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