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Los geht's

enegica_ego

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Über die Reichweite darf man nicht reden, über den Preis schon gar nicht – aber sonst ist die elektrische angetriebene Energica Ego ein sehr sehr ansehnliche Kandidatin für extremen Landstraßenspaß.
 
Hamburg, Juni 2014
(c) Text: moto1203
(c) Foto: Peter Musch, J. Vorfelder

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Alles dran, was ein italienischer Supersportler so braucht: Grandezza, kraftvolles Design und ein kleines Sitzbrötchen, wenn jemand in die Eisdiele befördert werden soll. Das Ding ist so gut getroffen, dass es kaum auffällt, dass unter der Verkleidung der Energica Ego ein Elektromotor steckt.

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"Wir wollten drei Dinge tun: Ein Motorrad bauen, das sexy ist. Ein Motorrad bauen, das innovativ ist. Und ein Motorrad bauen, das unsere Premiumkunden anspricht", sagt Livia Cevolini, die CEO des neuen E-Bike-Herstellers Energica.

„Damit sind wir fast automatisch bei einem exklusiven E-Supersportler gelandet.“

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Livia Cevolini, CEO des E-Bike-Herstellers Energica

Wir haben 45 Jahre Erfahrung mit Hightech-Projekten und sind Zulieferer der Formel 1.

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Energica ist eine Tochter des Mutterkonzern CRP, eines Spezialisten für Prototypenherstellung mit 3-D-Druckern und exotischen High End-Materialien, die Kunden wie die NASA und Formel1-Rennställe beliefert.  

CRP sitzt in Modena quasi die Straße runter von Ferrari, aber auch Red Bull und Renault zählen zu den Kunden.

Erfahrung mit komplexer Steuerungselektronik und der Rückgewinnung von Energie, wichtig beim Bau von Elektrobikes, haben Livia Cevolini und ihr Bruder Stefano, der technische Direktor bei CRP, schon bei der Konstruktion von Formel1-KERS-Komponenten gemacht.

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Technisch kann die Ego, die Energica in vier Jahren auf die Beine gestellt hat, mit anderen italienischen Supersportlern durchaus mithalten.

Ein klassischer Trellis-Rohrrahmen, geschwungener Aluminiumschwingarm, je nach Typ eine Marzocchi- oder Öhlin-Upside-Down-Gabel, Brembo-Bremsen und geschmiedete Marchesini-Räder sind schon an Bord.

Die für Frühjahr 2015 avisierten Serienfahrzeuge werden mit einem Bosch-ABS ausgerüstet sein. 

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Schon der 2014er Prototyp wirkt sehr ausgereift und gediegen, selbst gern vernachlässigte Kleinigkeiten wie die Kabelführung sind wohl durchdacht.

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Livia Cevolini, CEO des E-Bike-Herstellers Energica

Drei Dinge sind wichtig für den Erfolg der Ego: Leistung, Reichweite und Design. 

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Den Unterschied zur Supersport-Konkurrenz macht das Motor-Konzept aus.

Statt Zwei- oder Vierzylinder sind unter dem angedeuteten Tank, im dem sich die Steuerungs- und Ladeelektronik verbirgt, ein 110 Kilogramm schweres Batteriepaket und der massive Elektromotor verbaut. Die Batterie-Einheit mit einer Kapazität von 11,7 kWh wird in Italien montiert; die Akku-Zellen stammen wie üblich von einem Zulieferer aus Asien.

Den Motor, der ein Drehmoment von 195 Nm von Null bis 4700 Umdrehungen liefert und bis 10.500 U/min bei 240 Stundenkilometern, lässt Energica in Norditalien bauen.

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Das sind für ein E-Bike per se beindruckende Werte. Richtig großartig wird die Ego, wenn die mit 258 Kilogramm sehr schwere Ego auf der Landstraße ohne Kupplung und Schaltgetriebe beschleunigt.

Ein kurzer Dreh am Stromgriff und das Schlachtschiff setzt sich ohne das üble Rucken, das Elektrofahrzeuge älterer Generation noch geplagt hat, in Bewegung.

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Der Start erinnert – um einen weiteren nautischen Vergleich zu bemühen – wegen des turbinenartigen Pfeifens an einen Kampfjet, der von einem Flugzeugträger abhebt.

Egal,  welcher Fahrmodus aus den vier Option Standard, Sport, Eco und Wet ausgewählt wird, der Schub, mit dem die Ego Richtung Horizont drängt, ist massiv.
  Das Angenehme daran: Die Power wird von der Energica-Steuerungseinheit fein dosiert und sehr linear geliefert.

Der Fahrer kann sich also auf das Wesentliche konzentrieren: Bremspunkte und Beschleunigung. Die Chassis-Abstimmung war beim Testfahrzeug etwas zu weich; die Lenkerstummel sitzen für große Fahrer etwas zu tief.  

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Doch unabhängig von individuellen Einstellungsfragen gilt: Die Ego, das passt.

Die Maschine kann den fossilen Supersport-Zunftgenossinnen durchaus Paroli bieten.  

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 Die Ego in der Grundversion soll in der ersten Kleinserienversion im Frühjahr 2015 zu kaufen sein; der Preis liegt um die 30.000 Euro plus die jeweils landesübliche Mehrwertsteuer.

Dafür liefert Energica außergewöhnliche Materialien: die Verkleidung ist aus dem Kevlarverstärkten „Windform“-Plastik geformt; die Lampengehäuse und andere Anbauteil sind aus Metall- und Keramik-Partikeln lasergesintert.

Die exklusivere Ego 45 mit edlen Öhlins-Komponenten wird in nur 45 Exemplaren gebaut und hat einen Festpreis von 50.000 Euro inkl. Steuern.

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Mit der Ego kauft man sich einen exotischen Hingucker und viel exklusiven Fahrspaß, der allerdings nicht lange vorhält.

Die Ego leidet – wie alle E-Motorräder – aber unter der geringen Reichweite und Energica hält mit der traurigen Wahrheit auch nicht unterm Tisch:

Bei der Testfahrt im Sport-Modus waren nach knapp über 30 Kilometern exakt 33 Prozent der Ladung verbrauch. Bei fliegender Fahrt über die Landstraße ist also nach 90 Kilometern der nächste Steckdosen-Stopp fällig. 

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Bei 80 Stundenkilometern Durchschnittsgeschwindigkeit im Eco-Modus soll die Ego nach Energica-Angaben bis zu 150 Kilometer weit kommen.

An einer handelsüblichen 230 Volt-Steckdose braucht es dann rund drei Stunden, um wieder auf 80 Prozent Ladung zu kommen.  

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Wie die Energica Ego während des Tests das Begleitfahrzeug nass gemacht hat.

Die BMW 1200 GS, drei Jahre alt, hatte bei der Beschleunigung aus der Kurve heraus gegen das permanent verfügbare Drehmoment der Ego keine Chance.

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Hersteller: Energica
Typ: Ego
Karosserie: Motorrad
Motor: elektrischer Permanent-Synchronmoto
Getriebe: ohne
Leistung (E-Motor): 100 kW / 136 P
Drehmoment (E-Motor): 195 Nm
Höchstgeschwindigkeit: 240 km/h
Gewicht: 258 kg
Preis: ca. 30.000 Euro netto

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